Geschichte der Familie von Blücher, 1870-1914 (Lebrecht v. Blücher)
Im vorliegenden Werk wird das Schicksal der Familie von Blücher in den Jahren 1870-1914 geschildert. Das reich bebilderte Werk enthält auch Abhandlungen über Herkunft und Wappen, eine Lebensbeschreibung des Feldmarschalls Fürsten Blücher v. Wahlstatt (von FM Frhr. v. der Goltz), Angaben zur Gründung des Familienverbandes, zu Stiftungen und Satzungen. Es ist eine durchgesehene und ergänzte Neuausgabe der „Neuesten Geschichte der Familie von Blücher 1870-1914" des Staatsrats Ulrich Vicco v. Blücher.
Die Kapitelfolge wurde so geändert, daß sie mit dem ältesten Haus beginnt und damit identisch mit der Kapitelfolge der neueren „Geschichte der Familie von Blücher, 1914-2003" (ISBN 3-934249-01-9) ist. Alle genealogischen Tafeln wurden auf A5-Format umgeschrieben, so daß ein Wenden oder Aufklappen beim Lesen entfällt. Das alte Register wurde durch ein neues mit der Struktur des Folgebandes ersetzt.
Die Bildbeigaben wurden aufgefrischt, einige neu hinzugefügt. Die Sterbdaten der aufgeführten Personen wurden nach heutigem Stand ergänzt.
200 S., Leinen-Einband mit Silberprägung, 148 Abb., 23 geneal. Tafeln, Personenverzeichnis, 17,3 cm x 24,5 cm, EURO 50,00. (Sonderpreis bei Bestellung zus. mit dem Band 1914-2003: EURO 100,00 für beide Bände). - ISBN 978-3-934249-08-0.
Auszüge aus den Seiten 67 bis 69 der Familiengeschichte:
... Staatsrat Ulrich Vicco Gustav Karl v. Blücher XX, geb. am 4. November 1853 in Rostock als jüngster Sohn des damaligen Justizrats Wilhelm und seiner ersten Ehefrau Sophie, geb. v. Wrisberg, verlebte seine Jugend im Elternhause, erst in Rostock, dann von 1864 auf dem väterlichen Gute Gohren in Hinterpommern. Nach Absolvierung des Gymnasiums in Köslin studierte er drei Semester Naturwissenschaften in München und Göttingen, unterbrach jedoch diese Studien aus Gesundheitsrücksichten durch mehrjährigen Aufenthalt in Italien und in der Schweiz. Nach dem Verkauf des väterlichen Gutes Gohren wandte er sich der Jurisprudenz zu und wurde mit ministerieller Genehmigung nach zweijährigem Studium der Rechte auf den Universitäten Göttingen und Berlin zur Referendarprüfung zugelassen. ... Er trat nunmehr zur Großherzoglichen Domanial-Verwaltung über und wurde zunächst beim Amt Schwerin beschäftigt. ... Nach fünfeinhalbjähriger angenehmer Tätigkeit in dem schön gelegenen Doberan wurde er am 1. Juli 1895 zum leitenden Beamten des Großherzoglichen Amtes Wittenburg ernannt, schied aus dieser Stellung aber schon im Herbst 1898 aus, da er als Kammerrat und vortragender Rat in das Großherzogliche Finanzministerium, Abteilung für Domänen und Forsten, berufen wurde. Hier hatte er zunächst an den mecklenburgischen Ausführungs-Bestimmungen zu dem um die Jahrhundertwende in Kraft tretenden Bürgerlichen Gesetzbuch und dessen Nebengesetzen mitzuarbeiten, übernahm daneben aber sogleich die Bearbeitung der Eingänge aus sechs Ämtern. Seine Tätigkeit im Finanzministerium befaßte sich neben der laufenden Verwaltung der ihm unterstellten Ämter mit der volkswirtschaftlich so hochbedeutsamen Frage der inneren Kolonisation, der er dauernd sein lebhaftes Interesse widmete. Unter dem 9. April 1905 wurde Ulrich zum Geh. Kammerrat befördert und zum 1. April 1914 als Staatsrat zum Vorstand des Großherzoglichen Finanzministeriums berufen.
Ulrich hat im Verein mit dem Landforstmeister Friedrich aus dem Bobbiner Hause und dem so früh verstorbenen Rittmeister Gebhard aus dem Wolkower Hause im Jahre 1890 den Blücherschen Familien-Verband begründet, dessen Geschäfte als Schriftführer er seit fast einem viertel Jahrhundert führt. ...